05.05
2019

So klappt Inklusion auch andersherum

Zum Tag der Menschen mit Behinderung zeigt unser Rollstuhlhockey-Team, wie integrativ Sport sein kann

Rollstuhlhockey SRH Stephen-Hawking-Schule

„Ein Rollstuhlhockey-Turnier in unserer Schule wäre mein Traum“, sagt Bryan Becker. Seit zwei Jahren trainiert der Gymnasiast seine Mitschüler im Rollstuhlhockey. „In meiner alten Schule habe ich jahrelang Rollstuhlhockey gespielt. Als der Sport an der SRH Stephen-Hawking-Schule etwas in Vergessenheit geraten ist, habe ich die Chance ergriffen und ein eigenes Team auf die Beine gestellt“, erklärt er stolz.

Der 20-Jährige wurde ohne Beine geboren. Im Alltag vergisst der Schüler seine Einschränkung oft. Seine Mitschülern machen auch andere Erfahrungen: „Viele Rollstuhlfahrer trauen sich alleine nicht viel zu. Ich versuche, ihnen mehr Selbstvertrauen zu geben und zeige, dass man mit etwas Geschick auch einen sperrigen Rollstuhl flexibel einsetzen kann.“

Mittlerweile trainieren bis zu 20 Sportler zweimal die Woche in der Sporthalle der Schule. Etwa die Hälfte von ihnen ist immer auf den Rollstuhl angewiesen. Das ist ihr Vorteil, denn die Mitspieler, die sich nur für das Training in den Rollstuhl setzen, müssen sich auf ihr neues Sportgerät einstellen. Inklusion funktioniert beim Rollstuhlhockey andersherum. Die Rollstuhlfahrer nehmen Rücksicht auf die unerfahrenen Mitspieler und geben ihnen Tipps. „Auch Läufer haben bei uns eine faire Chance“, sagt Bryan Becker augenzwinkernd.

Eine viel größere Herausforderung als die Inklusion von behinderten und nicht behinderten Schülern ist das Teambuilding für den jungen Trainer. „Zum Training kommen Schüler von 12 bis 24 Jahren. Das kann ganz schön turbulent werden“, erklärt er. Auf dem Spielfeld spürt man nichts davon, Bryan Becker wird von seinem Team respektiert. Zum Tag der Menschen mit Behinderung erklärt der Schüler, wie Inklusion im Alltag gelingen kann: „Bei uns wird niemand ausgeschlossen. Unser Team zeigt, wie integrativ Sport sein kann.

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