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In unserem Schul-Blog präsentieren wir spannende Geschichten und Reportagen rund um die SRH Stephen-Hawking-Schule.

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03.06
2019

Einmal quer durch Europa bis nach Neckargemünd

Wolfgang Wienen erzählt die Geschichte eines engagierten Vaters, der für seine Tochter quer durch Europa zog. Nun hat die Familie bei uns ihr Zuhause gefunden.

Engagierte Eltern Blog SRH Stephen-Hawking-Schule

Als Luisa fünf Monate alt war, erklärte eine Ärztin das Mädchen für schwerbehindert und so gut wie bewegungsunfähig – es würde nie gehen können. Die Eltern akzeptierten diese Prognose nicht. Sie suchten neue Ärzte und die Mutter recherchierte pausenlos im Internet nach Behandlungsmöglichkeiten. In den kommenden 14 Jahren zog die Familie quer durch Europa, konsultierte verschiedene Ärzte und übernahm einen Teil der Behandlung ihrer Tochter selbst. Seit Anfang 2019 besucht Luisa die SRH Stephen-Hawking-Schule in Neckargemünd. „Endlich sind wir in der richtigen Schule angekommen“, sagt der Vater Wolfgang Wienen. Luisa kann heute gehen, spielt in der Musical-AG mit und nimmt aktiv am Leben teil. In dem Interview stellt sich Wolfgang Wienen unseren Fragen und zeigt den langen Weg zu einem erfüllten Leben für seine Tochter auf.

„Ihre Tochter ist schwerbehindert“ - diese Aussage ist für Eltern ziemlich schockierend. Wie sind Sie damit umgegangen?

Wir haben damals in Italien gelebt und für mich war ganz klar, dass ich eine solche Diagnose nicht einfach so akzeptieren kann. Da zudem die ärztliche Versorgung in Italien nicht mit der in Deutschland zu vergleichen ist, zogen wir wieder zurück nach Deutschland, in die Gegend von Baden-Baden. Ärzte im Saarland und in Bayern korrigierten den Befund und machten uns Hoffnung. In dieser Zeit waren wir ziemlich umtriebig, pendelten zwischen verschiedenen Ärzten hin und her und versuchten so ziemlich alles, von Akupunktur bis zu Wunderheilern. Als Selbstständiger war mir zum Glück ein solch flexibler Einsatz möglich.

Wie ging es Luisa zu dieser Zeit?

Luisa machte langsame Fortschritte und daher konnten wir sie in einen Waldorf- und später Montessori-Kindergarten schicken. Sie konnte inzwischen gehen und sich bewegen. Leider stellte sich in dieser Zeit heraus, dass Luisa ein zusätzliches körperliches Problem hatte, das ihren Körper bis auf 35 Grad abkühlen ließ. Im Winter war sie dauerhaft krank und so gut wie bewegungsunfähig. Als Luisa in der zweiten Klasse war, riet uns ein Professor aus Berlin, in eine wärmere Gegend zu ziehen.

Sie zogen mit Ihrer Familie ein weiteres Mal um. Welche Voraussetzungen fanden Sie auf Gran Canaria für Ihre körperbehinderte Tochter?

Die Auswanderung war unkompliziert, mit Umziehen kannten wir uns mittlerweile ganz gut aus. Auch in der Schule auf Gran Canaria hatte Luisa einen guten Start und erlernte in kürzester Zeit die spanische Sprache. Es wurde für sie als erste Schülerin mit Behinderung ein Aufzug gebaut und ein Geländer in der Aula angebracht. Trotzdem waren sowohl der Schulhof als auch verschiedene Räumlichkeiten für unsere Tochter ohne Hilfe nicht betretbar. Doch zum Glück fand Luisa schnell Freundinnen in ihrer Klasse, die ihr im Schulalltag halfen. Bald hatte sich auch Luisas Körpertemperatur normalisiert und sie konnte ganzjährig reiten und machte mit Begeisterung Karate. In dieser Zeit sagte unsere Tochter zu mir, dass sie nie wieder von dieser Insel wegwolle.

Trotzdem zogen Sie Anfang 2019 wieder zurück nach Deutschland. Was war passiert?

Luisa war mittlerweile 13 Jahre alt und besuchte die 8. Klasse des Gymnasiums auf Gran Canaria. Unglücklicherweise zogen ihre beiden einzigen Freundinnen in der Schule von Gran Canaria weg und unsere Tochter bekam nicht mehr die notwendige Unterstützung, um am Schulalltag teilzunehmen. Fast noch schlimmer war es für sie aber, nicht mehr in der Klasse integriert zu sein, und so vereinsamte sie zunehmend. Luisa war immer häufiger krank und hatte nur noch den Wunsch, auf eine andere Schule zu wechseln. Also haben wir nach Schulen in der ganzen Welt gegoogelt und sind auf die SRH Stephen-Hawking-Schule gestoßen. Nach den ersten Telefonaten waren wir entschlossen: Wir ziehen so schnell es geht in die Nähe von Neckargemünd, damit Luisa diese Schule besuchen kann. Das war Ende November 2018.

Anfang Dezember hatte Luisa dann ihre Probewoche in der SRH mit allen nötigen Untersuchungen und Terminen, die perfekt organisiert und professionell vorbereitet waren. Als Konzernberater habe ich Einblick in die Strukturen vieler Unternehmen und war absolut begeistert von der gezielten Teamarbeit und Vernetzung in der SRH Stephen-Hawking-Schule.

Zum Glück fanden wir in dieser einen Woche auch gleich ein Haus und damit einen Wohnort in der Nähe, was Voraussetzung für das bürokratische Prozedere war. Normalerweise dauert das Aufnahmeverfahren Monate, da viele Behörden eingebunden sind. Ich hatte uns zwei Monate Zeit dafür gegeben. Sämtliche Behörden spielten zum Glück mit und im Februar hatte Luisa pünktlich zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres ihren ersten Schultag auf dem Gymnasium der Stephen-Hawking-Schule.

Damit war unsere Tochter dann sogar schneller als der Umzugscontainer mit unserem ganzen Hab und Gut, der zu dieser Zeit noch auf hoher See unterwegs war.

Ein ganz neues Leben in nur zwei Monaten.

Ja, das stimmt. Es war für uns alle eine sehr große Veränderung, vor allem die Umstellung von der Wärme auf die kalten Gefilde. Aber die Vorteile überwiegen ganz klar. Zumal die neue Schule auch für uns als Eltern kurz- und langfristig gesehen eine große Entlastung bedeutet. Zum Beispiel habe ich über die Jahre hinweg einen großen Teil der Physiotherapie für meine Tochter selbst übernommen und mich diesbezüglich fortgebildet. Solche Dinge sind nun ebenso wie die Anpassung von Hilfsmitteln in den Schulalltag integriert.

Ihre Tochter ist mittlerweile über drei Monate in der neuen Schule. Hat sie sich gut eingelebt?

Luisa fühlt sich in ihrer Klasse sehr wohl und integriert. Die Schüler nehmen Rücksicht aufeinander und helfen sich ganz selbstverständlich. Als Vater macht es mich zudem stolz, dass sie sich gleich zu Schulbeginn in der Musical-AG engagiert und vor allem, dass sie Freundinnen gefunden hat. Ich habe das Gefühl, dass wir hier endlich richtig angekommen sind.

An dieser Stelle möchte ich allen Beteiligten noch einmal DANKE sagen - natürlich auch im Namen meiner Frau und vor allem im Namen von Luisa. Besonders beeindruckt hat uns das Herzblut, mit dem sich alle Mitarbeiter der SRH für die Schüler engagieren. Ihr seid ein wirklich tolles Team!

       Interview: Elisa Ziegenbein, Marketing und Kommunikation der SRH Schulen GmbH.

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