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30.11
2017

Mit Power zur persönlichen Bestzeit

„Bestzeit!“ verbreitet Jonathan Kluckert als Kurznachricht sofort nach dem Anschlag am Beckenrand über sein Handy. Er ist erstmals bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften für Menschen mit Behinderung in Remscheid mit dabei. Dort schwimmen 140 Sportler auf 25 Meter-Bahnen um die Wette.

Leistungsschwimmer Jonathan Kluckert träumt von der Teilnahme bei den Paralympics

„Bestzeit!“ verbreitet Jonathan Kluckert als Kurznachricht sofort nach dem Anschlag am Beckenrand über sein Handy. Er ist erstmals bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften für Menschen mit Behinderung in Remscheid. Dort schwimmen 140 Sportler auf 25 Meter-Bahnen um die Wette. Seit seinem vierten Lebensjahr lebt Jonathan Kluckert mit einer Spenderniere. Schon von Geburt an sind seine Bauchmuskeln kaum ausgebildet. „Pflaumenbauchsyndrom“ nennt sich diese seltene Krankheit, die auch Organfunktionen wie die der Nieren beeinträchtigt. Seine Eltern unterstützen die sportlichen Ambitionen: „Mein Vater war Wettkampfschwimmer in Schleswig-Holstein und hat wertvolle Tipps, meine Mutter schwimmt ebenfalls leidenschaftlich gern." Weil ihm seine Eltern die optimalen Fördermöglichkeiten an der SRH Stephen-Hawking-Schule in Neckargemünd zugänglich machen wollten, sind sie eigens von der Ostseeküste an den Neckar umgezogen. Schon dreimal war Jonathan Kluckert für die Teilnahme in Berlin nominiert. „Wenn ich den Startschuss höre, dann heißt das für mich: Volles Rohr!“, sagt er. Mit diesem Motto schwamm er wie schon bei der Landesmeisterschaft auch in der Hauptstadt wieder „hervorragende persönliche Zeiten“ über seine Lieblingsdistanzen: 50 Meter Brust in 49:36 Sekunden, Freistil in 49:97 Sekunden.

Ein starkes Team


Starke Leistungen zeigten beim Bundesfinale auch die übrigen sechs Teilnehmer: Anna Daubenberger, Caroline Scheffler, Julia Stöcker, Jonathan Presser, Paul Antwerpes und Philipp Kreiter. Die Mannschaft der SRH Stephen-Hawking-Schule holte für Baden-Württemberg schließlich den siebten Platz. Jonathan freut sich über das Ergebnis: „Wir haben unsere Erwartungen übertroffen, denn viele Teilnehmer sind uns weit voraus, weil sie von Sportschulen kommen und dort fast täglich trainieren. Wir trainieren zweimal pro Woche. Dafür sind wir richtig gut.“ Außerdem habe das Schwimmen in Baden-Württemberg keinen so hohen Stellenwert wie in Norddeutschland, meint der gebürtige Lübecker: „Durch das Meer und die Seen ist es dort fast selbstverständlich, dass man früh schwimmen kann.“ Nach der 10. Klasse möchte Jonathan 2018 die Schulzeit abschließen und eine Ausbildung zum Technischen Produktdesigner oder Technischen Systemplaner beginnen. „Ich habe schon immer Landkarten abgezeichnet und so gelernt, fein und exakt zu zeichnen“, erklärt er. Diese Fähigkeit möchte er in seinem künftigen Beruf zum Beispiel beim Entwerfen von Bauelementen mit speziellen CAD-Programmen am Computer nutzen. Anfragen und Bewerbungen hat Jonathan schon verschickt, die Antworten stehen noch aus. Ob seine Zielstrebigkeit durch die Disziplin beim Schwimmen kommt? „Klar, das Wettkampfschwimmen macht schon was mit mir“, sagt Jonathan.

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