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Die Rekorde purzelten Runde um Runde

Rollis für Afrika

(Neckargemünd, 16.06.2010) Beim Spendenmarathon der Stephen-Hawking-Schule kamen 3400 Euro zusammen.

Für Afrika rollten in der Stephen-Hawking-Schule der SRH die Rollstühle. Etwa 60 behinderte Schüler aus zehn verschiedenen Klassen der Förder-, Haupt- und Realschule sowie des Gymnasiums nahmen an dem Marathon auf dem Sportplatz teil, der allerdings nicht wörtlich zu nehmen war, was die Distanz betraf, sondern als „Spendenmarathon“ gedacht war. Die Lehrerin Kristin Seufert motivierte ihre Schüler,
die gerade auf die Bahn gingen:“Spitze Jungs“, rief sie einer Gruppe zu, die bereits die nächste Runde nahm.
Jeder Schüler, der an dem Lauf teilnahm, suchte sich vorab einen oder mehrere Sponsoren – das waren Eltern, Großeltern, Nachbarn oder freunde. Jede gelaufene Runde des Schülers wurde vom Sponsor mit einem freiwilligen Betrag belohnt. Der „erlaufene“ und „errollte“ betrag sollte dem Heidelberger Projekt „Rollis für Afrika“ zugute kommen. Beobachter des Marathons waten Stephan Heidelbeer und Lars Schlehahn von „Rollis für Afrika“. 2003 war es, als Stephan Heidelbeer, der seit seiner Kindheit selbst an Muskelschwund leidet und auf einen Rollstuhl angewiesen ist, die Idee dazu kam und Pablo Charlemoine von der band Irie Revoltes die entsprechenden Kontakte herstellte.
Seit drei Jahren ist Lars Schlehahn für die Vorbereitung und Durchführung der Projekte im Senegal zuständig, die von ehrenamtlichen Helfern auf eigene kosten begleitet werden: Ausrangierte Rollstühle, Krücken, Gehhilfen sowie physiotherapeutisches Material werden gesammelt, in einen Container gepackt und nach Senegal verschickt.
Bei der Verteilung des Materials kann das Projekt Rollis für Afrika auf Fachleute im Senegal zurückgreifen, die Bedürftige kennen und benennen. Heidelbeers Einsatz für Rollis für Afrika gibt ihm die Kraft mit seiner Behinderung umzugehen und nicht den Mut zu verlieren. Die Stephen-Hawking-Schule hatte das Heidelberger Projekt bereits im vergangenen Jahr im rahmen einer Projektwoche kennengelernt, berichtete Kristin Seufert. Dabei lernten die Schüler: behinderte gibt es nicht nur hier, sondern auch im Ausland und die sind oft nicht so gut ausgestattet und versorgt wie hierzulande. Durch Kuchenverkauf konnten damals rund 200 Euro gesammelt werden. Als die Lehrerin vom geplanten Spendenmarathon berichtete, waren die Klassen gleich mit Begeisterung bei der Sache.
Diese Begeisterung war den zwölf- bis sechzehnjährigen anzumerken. Ein Mädchen zwang sich trotz sichtlicher Erschöpfung Schritt für Schritt weiter: „Trink mal kurz was Jasmin“, riet die Lehrerin ihr. Die Schüler waren aber nicht zu bremsen, Rundenrekorde purzelten und am Ende kamen 2500 Euro zusammen.

Anna Haasemann-Dunka

Schüler in Aktion

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